In der Gemeindechronik finden sich interessante
Aufzeichnungen zu den Pullacher Schulverhältnissen.
Weil dem damals bitterarmen Dörfchen das Geld für
die "Kinderlehr" fehlte, zu der die bedauernswerten
Sprösslinge unserer Pullacher Vorfahren sommers wie winters bei jedem
Wetter nach Sendlingen stapfen mussten, schoss dieses - wie 1685
vermerkt ist - die wohlhabende Kapelle Hesselohe vor.
1835 nahm die Gemeinde ohne Hinzuziehung eines
Baumeisters die dringend notwendige Errichtung eines Schulhauses an der
heutigen Münchner Straße 5 in Angriff. Der Bau musste aber wegen
technischer Mängel vorübergehend eingestellt werden, da auf der
"Mittagsseite" kein einziges Fenster vorgesehen und der
Schulsaal für die wenigen Kinder (15) viel zu groß war. Das Gebäude
entstand 1837/38; um das Haus befand sich ein großer, sogenannter
Wurzgarten, damit den Kindern auch Unterricht im Obst- und Gemüsebau
erteilt werden konnte. 1906 entstand an der Jaiserstraße eine neue
Schule (die heutige Musikschule), die zunächst zwei Säle hatte. Die
genügten den Kindern der damals etwa 600 Einwohner. Das Bild am Giebel
des Gebäudes, auf dem ein Bienenkorb zwischen einem Jungen und einem
Mädchen dargestellt ist, soll den Fleiß der Schulkinder symbolisieren.
Außerdem findet sich auf dem Dach der "Pullacher Rabe".
Dieser Bau wurde nach dem sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahl in
den 20er- und 30er Jahren nach Norden hin erweitert. Er erhielt zwei
weitere Klassenzimmer, eine Turnhalle, zahlreiche Nebenräume und im
Kellergeschoss ein Lehrschwimmbecken. Es war damals der modernste
Schulbau in Oberbayern.
Das Anwachsen der Einwohnerzahl auf 5800 erzwang einen
Erweiterungsbau auf der Ostseite des Schulhofes: 1952 kamen durch einen
Pavillonbau weitere vier Klassenzimmer hinzu.
Am 18. Januar 1963 beschloss der Gemeinderat
einstimmig, eine neue Volksschule in mehreren Abschnitten zu errichten.
1965 wurde das Gebäude der "Josef-Breher-Schule"
auf dem 9000 m² großen Grundstück zwischen Kagerbauer- und
Johann-Bader-Straße eingeweiht.
Der Neubau der Volksschule war notwendig geworden,
weil die Schülerzahl pro Klasse von 50 auf 40 herabgesetzt worden war.
Im September 1975 wurde die Volksschule Pullach im
Isartal in eine selbstständige Grund- und Hauptschule geteilt. 1983
erhielt die Grundschule an der Schulstraße 5 ihr eigenes Gebäude. Auf
dem Gelände des ehemaligen Schulgartens wurde später ein Hort
errichtet. Die Anzahl der Grundschulklassen ist inzwischen angewachsen.
Ein Erweiterungsbau schloss im Jahre 2000 die Lücke zwischen den 1906
und 1983 errichteten Schulhäusern. |