Jugendsozialarbeit
Bericht der SZ vom 06.12.2006
Porträt
Prävention als
Hauptfach
Andrea Niedermaier
unterstützt die Josef-Breher-Schule
von Jürgen Wolfram
Pullach
• Die ersten Eindrücke, die Andrea
Niedermaier von der Pullacher Hauptschule gewonnen hat, hätten besser
nicht aus- fallen können. "Da sind alle sehr engagiert, ich bin von
Lehrern und Schülern offen aufgenommen worden, außerdem ist die Schule
super ausgestattet", gerät sie ins Schwärmen. Da stellt sich
unwillkürlich die Frage, ob eine solche Bildungsstätte der Assistenz
einer Jugendsozialarbeiterin überhaupt bedarf. Niedermaier, die seit
Schuljahresbeginn in dieser Funktion eine halbe Stelle ausfüllt (zum
anderen Teil ist sie in der Jugendbildungsstätte des Kreisjugendrings
beschäftigt) will den Bedarf trotz günstiger Rahmenbe- dingungen nur
bestätigen.
Schnell hat die 30-jährige Sozialpädagogin
herausgefunden, dass es auch an der Josef-Breher-Schule allerhand zu tun
gibt. Ihre Arbeit versteht sie eher als Präventivmaßnahme denn als
"Feuerwehreinsatz". Zwar ist sie zur Stelle, wenn Noten- und
Beziehungs- probleme zu eskalieren drohen oder in einer Klasse Spannungen
auftreten. Doch ihre Hauptaufgabe sieht sie darin, die sozialen
Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu stärken. So ist sie Coach der
Klassensprecher, hält Kurse in Rhetorik und Konflikt- lösung ab, bietet
Bewerbungstraining an. "Der Übergang ins Berufsleben wird für
Hauptschüler immer schwieriger. Sie dabei zu begleiten, ist ein wichtiges
Feld", sagt Andrea Niedermaier. Das schließt Kontakte mit
potenziellen Arbeitgebern ein, etwa wenn Praktika anzubahnen sind. So
düster wie allgemein angenommen seien die Chancen für Hauptschüler aber
nicht, sagt Niedermaier.
Bevor sie an die Josef-Breher-Schule kam, war die aus
Kolbermoor stammende Sozialpädagogin im Baierbrunner Jugendtreff
(Bahnwaggon) beschäftigt. Aus dieser Zeit kennt sie noch einige Schüle,
die ihr jetzt an der Kagerbauerstraße in Pullach über den Weg laufen.
Hat sich seit ihrer eigenen Schulzeit etwas verändert? "Mobbing
unter Jugendlichen nimmt zu, die Sensibilität dafür jedoch auch."
Zu ihren ersten Beobachtungen in Pullach habe dieses Phänomen indes nicht
gehört.
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